Veranstaltungsinfo
(bitte unten stehenden Hinweis beachten!)

Für Walter Benjamin – Erinnern und Eingedenken.
Eine Veranstaltung der Hans-Mayer-Gesellschaft (HMG)

23. Oktober 2020 um 18:30 Uhr
Im „Brunosaal“ Klettenberggürtel 65 in Köln
Straßenbahn Linie 18 und 13, Haltestelle Sülzgürtel.

Zur Ankündigung:
Veranstaltungsflyer: Walter Benjamin Erinnern und Gedenken – *.pdf

Zum 80. Todestag von Walter Benjamin am 26. September 1940 in Portbou erinnern wir an den großen Philosophen und Kulturkritiker des 20. Jahrhunderts. Während an den Gedenktagen in der Vergangenheit oft an Benjamin und sein Werk gedacht wurde, scheint es in diesem Jahr zumindest in Deutschland, nur wenige Veranstaltungen zu geben, in denen an ihn erinnert wird.

An seinem Sterbeort in Portbou ist das anders. Und in Perpignan, wo es ein Kulturzentrum gibt, das seinen Namen trägt, gibt es heftige Debatten. Der neue Bürgermeister von Perpignan, Louis Aliot, ein Mann des Rassemblement National, versucht, das »Walter-Benjamin-Zentrum« für sein politisches Programm zu benutzen, indem er es für seine Zwecke instrumentalisiert. Gegen seine Strategie der „Entdiabolisierung“ haben sich viele Intellektuelle aus Frankreich mit einem offenen, in »Le Monde« veröffentlichten Brief, gewandt. Er wird inzwischen auch von deutschen Intellektuellen mitgetragen; unter Ihnen der Ehrenpräsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck und seine Nachfolgerin Jeanine Meerapfel.

Mit ihrer Veranstaltung will die Hans-Mayer-Gesellschaft diese Vorgänge in Frankreich deutlich machen und an den »Zeitgenossen Walter Benjamin« (Hans Mayer) erinnern. Unterstützt wird sie dabei von Organisationen und Stiftungen, die wegen der Bedeutung Benjamins in Bezug auf sein Werk und Schicksal ebenfalls ihre Stimme erheben (s.u.).

Die Familie Benjamin stammt väterlicherseits aus Köln und durch die Großmutter aus einer berühmten jüdischen Familie des Rheinlandes. Sein Großvater Bendix, dessen Vornamen Walter Benjamin trägt, ist auf dem Friedhof in Köln-Deutz begraben. So ist auch die Geburtsstadt Hans Mayers ein geeigneter Ort zum Gedenken. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker, die im vergangenen Jahr die Nachkommen Benjamins aus London empfangen hat, wird bei der Veranstaltung anwesend sein und ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer richten.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker   Foto ©: Jens Koch

 

 

 

 

 

Weitere Grußworte halten:
Dr. Ursula Bitzegeio, Referatsleiterin Public History im Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung und Karl Heinz Heinemann, Vorstandsvorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW.

Foto: Friedrich Schlütter
Foto: privat

 

 

 

 

 

 

An der inhaltlichen Gestaltung der Veranstaltung für Walter Benjamin nehmen folgende Personen mit ihren Beiträgen teil:

 

Dr. Eva Weissweiler spricht über »Benjamins letzte Passage. Die Fluchthelferin Lisa Fittko erinnert sich«.
Eva Weissweiler, 1951 in Mönchengladbach geboren, studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Orientalistik in Bonn, wo sie 1976 promoviert wurde. Neben kulturjournalistischer Arbeit für fast alle deutschen Sender und die FAZ schrieb sie Bücher über frauengeschichtliche Themen, so über „Komponistinnen aus fünf Jahrhunderten“, „Fanny Mendelssohn“, „Clara Schumann“ u.a.m. Ihr besonderes Interesse gilt der Erforschung deutsch-jüdischer Frauenbiografien. 2016 erschien ihr Buch über die Kölner Kunsthistorikerin Luise Straus-Ernst, die erste Frau des Malers Max Ernst, die 1944 in Auschwitz umgebracht wurde; 2018 „Lady Liberty“ über Leben und Werk der Marx-Tochter Eleanor; 2020 „Das Echo deiner Frage“ über die Beziehung zwischen Dora und Walter Benjamin, das im Februar auf Platz 1 der ZDF-Sachbuch-Bestenliste stand. Zurzeit arbeitet sie an einer Biografie über Benjamins Fluchthelferin Lisa Fittko, geb. Ekstein.

Dr. Madeleine Claus, Literaturwissenschaftlerin, Mitglied der Association européen du Prix Walter Benjamin
spricht über »Die Vereinnahmung Walter Benjamins durch die französische Rechte (RN)«.
Madeleine Claus ist in Bochum geboren, hat in Hamburg promoviert und lebt seit über 40 Jahren in Südfrankreich am Mittelmeer. Neben ihrer Arbeit als Deutschlehrerin hat sie mehrere Bücher in Frankreich und Deutschland veröffentlicht z.B. über Lessing, das Roussillion, Flamenco, deutsche Antifaschisten in Südfrankreich. Sie ist seit Langem aktiv in gedächtniskulturell engagierten Vereinen und Gründungs- und Jurymitglied in der »Association du prix européen Walter Benjamin«.

Heinrich Bleicher-Nagelsmann M.A., Publizist
»Der Zeitgenosse Walter Benjamin« – Erinnern und Eingedenken.
Heinrich Bleicher-Nagelsmann, geb. 1952, Studium der Geschichte, Germanistik und Publizistik in Münster. Danach Volontariat und Redakteurstätigkeit bei diversen Tageszeitungen. Wissenschaftlicher Angestellter beim Hauptvorstand der IG Druck und Papier. Lehrbeauftragter am Ludwig-Uhland-Institut für empirische Kulturwissenschaften der Universität Tübingen. Bereichsleiter Medienpolitik beim Hauptvorstand der IG Medien. Von 2002-2017 Bereichsleiter Kunst und Kultur beim Bundesvorstand der ver.di und langjähriger Bundesgeschäftsführer des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS). Veröffentlichungen zu medien- und kulturpolitischen sowie literarischen Themen. Zuletzt als Mitherausgeber der Publikation “Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat” – Revolutionen und Rebellionen im 20. Jahrhundert, Talheimer Verlag, Mössingen 2019.  Sowie „Dann wird das Vergangene abermals zur Gegenwart“ in: Irene Scherer, Welf Schröter (Hg.) Erinnerungskultur stärkt Demokratie, Talheimer Verlag, Mössingen 2019.

Flossie Draper, Übersetzerin und Voice-Artist
»Blick von der Urenkelin auf Walter Benjamin«, sie liest
Das Licht | Die Pfeife | Der Wunsch
Auf die Minute
.
Flossie Draper ist in London geboren, lebt aber seit 2017 in Berlin. Sie ist die Enkelin von Walter Benjamins einzigem Sohn Stefan, also Benjamins Urenkelin. Sprachen waren schon immer ihre Leidenschaft. Sie hat “Classics” an der University of Oxford studiert: Sprachwissenschaft, Altphilologie, Philosophie und Alte Geschichte. Deutsch als die Sprache ihrer Vorfahren hat von jeher eine besondere Anziehungskraft auf sie ausgeübt, auch weil sie eines Tages die Texte ihrer Urgroßeltern Dora und Walter Benjamin im Original lesen wollte. Sie übersetzt regelmäßig wissenschaftliche Texte, u.a.  für die Humboldt-Universität, und trat vor kurzem als erste englische Übersetzerin von Briefen und Werken ihrer Urgroßmutter Dora hervor. Wegen ihres Interesses für Physiologie hat sie sich auch noch auf medizinische Übersetzung spezialisiert.
Flossie Draper ist nicht nur Übersetzerin, sondern auch Schauspielerin und „Voice Artist“. Sie rezitierte Benjamin-Texte im BBC und im London Review Bookshop, teilweise erstmals in englischer Sprache. In der Tate Modern (London) und in verschiedenen Radiosendern trat sie wiederholt als Sprecherin auf. Als Schauspielerin ist sie mit verschiedenen Theatergruppen in ganz Großbritannien zu sehen gewesen, zum Beispiel in Stratford-upon-Avon, im Victoria and Albert Museum, in St.Paul’s, Covent-Garden und auf dem Edinburgh Festival. Zu ihren Lieblingsrollen zählten Elizabeth in Shakespeares Richard III und verschiedene Charaktere in Gogols Die Nase.

Pedro Soler, Flamenco-Gitarre.
Der 1938 geborene Flamencogitarrist hat die großen Meister des « Goldenen Zeitalters » des Flamenco begleitet und als Solist seine Gitarre in den großen Musikhallen der Welt, von der Berliner Philharmonie  über die Johannisburger Oper bis zur Carnegie Hall in New York, zum Klingen gebracht. Der Literaturnobel-preisträger Miguel Angel Asturias schrieb über den begnadeten Flamenco-Gitarristen: „Die Finger von Pedro Soler sind die fünf Sinne der Gitarre; in seinen Händen sieht sie und hört, sie singt, leidet und spricht.“ Der aus Südfrankreich stammende Virtuose ist wohl der bedeutendste zeitgenössische Vertreter der alten Flamenco-Schule. Er ist aber auch in der Weltmusik zu Hause und zeigt sich sehr offen anderen musikalischen Einflüssen gegenüber.“ (Rheinischer Merkur)

Weitere Informationen zu der Veranstaltung, zu den Auseinandersetzungen in Perpignan und zum Todestag Walter Benjamins siehe: Benjamins letzte Grenze

Zur Ankündigung: Veranstaltungsflyer
Veranstaltungsflyer: Walter Benjamin Erinnern und Gedenken – *.pdf

Wir bitten wegen der den Umständen der Pandemie geschuldeten Notwendigkeiten der Teilnahmebegrenzung um Anmeldung bei der Hans-Mayer-Gesellschaft: kontakt@hans-mayer-gesellschaft.de

Aktuelle Information vom 8.10.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,
zu unserem großen Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir zur Zeit alle unter Corona-Bedingungen zur Verfügung stehenden Plätze ausgeschöpft haben.
Es besteht die Möglichkeit, dass nicht alle vorreservierten Plätze der Kooperationspartner oder Unterstützer der Veranstaltung voll genutzt werden. Wenn Sie sich anmelden, setzen wir  Sie auf die “Reserveliste” und werden Ihnen mitteilen, wenn noch ein Platz für Sie frei wird.
Dies können wir Ihnen zum Ende der kommenden Woche (16.10.) sagen.

Kooperationspartner und Unterstützer:

EL-DE-HAUS Verein e.V. – Förderverein des NSDOK | Friedrich-Ebert-Stiftung | Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit | NS-DOKUMENTATIONSZENTRUM der Stadt Köln | Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW | Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller VS in ver.di.


 

 

Hans Mayer und sein Vortrag im Collège de Sociologie im April 1939

Im Rahmen eines Forschungskolloquium am Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg hält Robert Krause (Freiburg) am Montag, 10.02.2020, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr einen Vortrag über die Rede, die Hans Mayer am 18. April 1939 im Collège de Sociologie in Paris gehalten hat:

> Forschungskolloquium am Frankreich-Zentrum | Heterodoxe Gemeinschaft. Das Collège de Sociologie (1937-1939) in ideengeschichtlicher und literatursoziologischer Perspektive

Der Ankündigungstext für diesen Vortrag: “In Paris unterhielt Hans Mayer als einer der wenigen deutschen Exilanten Verbindungen zum Collège de Sociologie, das unter Leitung von Georges Bataille, Michel Leiris und Roger Callois „das Beziehungsgeflecht zwischen Mythos und Aufklärung“ sezierte (Mayer: Erinnerungen I, S. 239). Dort referierte er am 18. April 1939 über Die Riten der politischen Geheimbünde im romantischen Deutschland. Beabsichtigt ist, Mayers genannten Vortrag sowohl im Kontext seines damaligen Buchprojekts Georg Büchner und seine Zeit als auch der (hinter dem Collège stehenden) esoterischen Groupe Acéphale zu situieren. Aus ideengeschichtlicher und literatursoziologischer Perspektive sind somit Theorie und Praxis von Geheimbünden sowie deutsch-französische Kulturbeziehungen am ‚Vorabend‘ des Zweiten Weltkriegs zu untersuchen. PD Dr. Robert Krause ist akademischer Mitarbeiter am Deutschen Seminar – Neuere deutsche Literatur.”

Referent/Referentin: Robert Krause (Freiburg)
Termin: Montag, 10.02.2020, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr
Ort: HS 1224, KG I
Veranstalter: Frankreichzentrum

Hans Mayer Lecture 2019

Professor Dr. Ernst Osterkamp hält zur Semestereröffnung des Deutschen Seminars der Universität Tübingen einen Vortrag mit dem Titel “Marienbader Bergschluchten”.

Beginn: Donnerstag 24. Oktober 2019 um 18 Uhr c.t.
Ort: Brechtbau, Raum 027

Ernst Osterkamp ist seit Oktober 2017 Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Von 1992 bis 2016 war er Professor für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-­Universität zu Berlin.

Weitere Informationen

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Medieninfo vom 15. Oktober 2019

HMG auf der Frankfurter Buchmesse 2019

Zur Information über die Hans-Mayer-Gesellschaft und ihre Arbeit steht
Heinrich Bleicher-Nagelsmann, der Vorsitzende der HMG, auf der Buchmesse in Frankfurt zur Verfügung.

Der erste Termin ist am

Donnerstag dem 17. Oktober um 11:00 Uhr
am Stand des Talheimer-Verlages
Halle 3.1 Stand A 108.

Weitere Termine am Donnerstag und Freitag können auf Wunsch
telefonisch unter der Rufnummer +49 171 2291 755 oder
per Mail: kontakt@hans-mayer-gesellschaft.de mit dem Vorsitzenden vereinbart werden.

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Medieninfo vom 19. Februar 2019

HMG begrüßt »Aschaffenburger Antwort«

Der »Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di« hat bei der Delegiertenkonferenz zu seinem 50jährigen Jubiläum in Aschaffenburg eine Erklärung verabschiedet, in der sich der VS entschieden gegen Hass, Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus wendet. “Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller des VS sehen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft wie auch international mit großer Sorge. Für uns ist Demokratie nicht verhandelbar”, heißt es darin.

Die Hans-Mayer-Gesellschaft begrüßt diese Erklärung nachdrücklich und unterstützt sie, da sie mit den grundsätzlichen Forderungen der HMG übereinstimmt.

Die Erklärung kann hier als pdf geladen werden.