Online-Lesung „Kristalle der Hoffnungen“ im Rahmen des Projektes
„30 Tage im November“

„Hans Mayer – Der unbequeme Aufklärer“
9. Dezember
17.30 Uhr bis 18.45 Uhr

Eine Lesestunde über den großartigen Literaturwissenschaftler, Gegner des Nationalsozialismus und Kritiker der SED, Freund von Ernst und Karola Bloch sowie Inge Jens. Es lesen Heinrich Bleicher (Vorsitzender der Hans-Mayer-Gesellschaft e.V.), Irene Scherer und Welf Schröter vom Talheimer Verlag. Länge ca. 60 Minuten plus anschließendes Gespräch.
In dem Buch Hans Mayer – Der unbequeme Aufklärer. Gespräche über Hans Mayer finden sich Auskünfte und Beiträge von Personen, die Hans Mayer noch persönlich kennengelernt haben und die ihm zum Teil auch nahestanden. Die Gespräche führte der Vorsitzende der 2018 gegründeten Hans-Mayer-Gesellschaft, mit Unterstützung des stellvertretenden Vorsitzenden, Dr. Heiner Wittmann.

Lesehinweis: Heinrich Bleicher (Hg.): Der unbequeme Aufklärer. Gespräche über Hans Mayer. Mit Beiträgen von Volker Braun und Gesprächen über Hans Mayer mit Pieke Biermann, Thomas Grimm, Kurt Groenewold, Christoph Hein, Jost Hermand, Inge Jens, Hanjo Kesting, Leo Kreutzer, Jack D. Zipes. Einleitung und Befragung durch Heinrich Bleicher. Mössingen 2022, 296 Seiten, ISBN 978-3-89376-195-1.

Anmeldung bei schroeter@talheimer.de

Wer sich anmeldet, erhält einen Zoom-Link zugesandt. Eintritt frei. Man kann auch ohne Web-Kamera und ohne Mikrofon zusehen und zuhören.


Online-Lesung „Kristalle der Hoffnungen“ im Rahmen des Projektes
„30 Tage im November“.

„Karola Bloch – Aus meinem Leben“
2. Dezember 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr

Irene Scherer und Welf Schröter vom Talheimer Verlag zeichnen den ungewöhnlichen Lebensweg der Architektin, Sozialistin, Hitler-Gegnerin und Jüdin nach. Im Zentrum stehen Widerstandsarbeit, Flucht, Exil und das Trauma der Shoah. Karola Bloch lebte von 1961 bis zu ihrem Tod 1994 in Tübingen. In der Neckarstadt verfasste sie ihre Autobiografie.

Anmeldung bitte bei schroeter@talheimer.de mit Angabe des Datums der gewünschten Veranstaltung. Wer sich anmeldet, erhält einen Zoom-Link zugesandt. Eintritt frei.


30 Tage im November – Vom Wert der Menschenrechte

Die “AnStifter” in Stuttgart haben Kulturinitiativen, KünstlerInnen, Kinos und Theater, Büchereien, Schulen und Unis, Kirchen und Gewerkschaften, Verbände sowie die Stadtgesellschaft zum Mitmachen eingeladen: als VeranstalterIn, AkteurIn, als Publikum, VorleserIn, AnStifterIn, als Verantwortliche für Frieden, Demokratie und Menschenrechte. Die Reihe will mit Ihnen und Euch, den Kulturschaffenden aus Stadt und Region, auf die Suche gehen, mit Bild, Text und Ton, Theater, Musik und Film, mit Freude an Experimenten, Dialog, öffentlichem Denken und Machen.

Die Reihe „Vom Wert der Menschenrechte“ mit mehr als 140 Veranstaltungen wird bisher von über 230 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen, Theatern und anderen Einrichtungen getragen. Die Hans-Mayer-Gesellschaft ist mit dabei. Zu der Reihe ist eine 20-seitige Programmzeitung erschienen.

Die Online-Veranstaltungsreihe „Kristalle der Hoffnungen“ als Teil des Aktionsmonats „30 Tage im November“ wird getragen von: Redaktion „Latenz“, Redaktion „bloch-akademie-newsletter“, Löwenstein-Forschungsverein e.V., Hans-Mayer-Gesellschaft e.V. und Talheimer Verlag.

Terminübersicht „Kristalle der Hoffnungen“ (Beschreibungen folgen unten):
  1. Erster Online-Termin am Freitag, den 4. November 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr: „Widerstand ist nichts als Hoffnung“
  2. Zweiter Online-Termin am Freitag, den 11. November 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr: „Erinnerungskultur stärkt Demokratie“
  3. Dritter Online-Termin am Freitag, den 18. November 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr: Zur Bedeutung und Aktualität von Richard Schmid
  4. Vierter Online-Termin am Freitag, den 25. November 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr: „Die Geschichte der Löwenstein’schen Pausa. Zwischen Bauhaus, Mössinger Generalstreik und nationalsozialistischer Zwangsenteignung“
  5. Fünfter Online-Termin am Freitag, den 2. Dezember 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr: Karola Bloch – Aus meinem Leben
  6. Sechster Online-Termin am Freitag, den 9. Dezember 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr: Hans Mayer – Der unbequeme Aufklärer

Anmeldung bei schroeter@talheimer.de mit Angabe des Datums der gewünschten Veranstaltung. Wer sich anmeldet, erhält einen Zoom-Link zugesandt. Eintritt frei.

Erster Online-Termin am Freitag, den 4. November 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr

„Widerstand ist nichts als Hoffnung“

Online-Lesung aus dem Buch „Widerstand ist nichts als Hoffnung“. Es lesen Heinrich Bleicher (Vorsitzender der Hans-Mayer-Gesellschaft e.V.), Irene Scherer (Vorsitzende des Löwenstein-Forschungsvereins e.V.) und Welf Schröter (Redaktion bloch-akademie-newsletter). Länge ca. 50 Minuten plus anschließendes Gespräch.

 Lesehinweis: Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Michael Walter, Claudia Wörmann-Adam (Hg.): „Widerstand ist nichts als Hoffnung“ Widerständigkeit für Freiheit, Menschenrechte, Humanität und Frieden. 2021, 384 S., ISBN 978-3-89376-190-6.

Zweiter Online-Termin am Freitag, den 11. November 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr

„Erinnerungskultur stärkt Demokratie“

Online-Lesung aus dem Buch „Erinnerungskultur stärkt Demokratie. Zur Verteidigung der Menschenwürde“. Irene Scherer (Vorsitzende des Löwenstein-Forschungsvereins e.V.) und Welf Schröter (Redaktion bloch-akademie-newsletter). Länge ca. 45 Minuten plus anschließendes Gespräch.

 Lesehinweis: Irene Scherer, Welf Schröter (Hg.): Erinnerungskultur stärkt Demokratie. Zur Verteidigung der Menschenwürde. Gewidmet Doris Angel (Doris Löwenstein) und Harold Livingston (Helmut Löwenstein). 2019, 144 S., ISBN 978-3-89376-183-8.

Dritter Online-Termin am Freitag, den 18. November 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr

Zur Bedeutung und Aktualität von Richard Schmid

Online-Vortrag von Hans-Ernst Böttcher, ehem. Landgerichtspräsident in Lübeck, Mitglied im Löwenstein-Forschungsverein. Richard Schmid war ein Freund Fritz Bauers seit den 1920er Jahren und in der bundesdeutschen Nachkriegszeit 1953 bis 1964 ein etwas anderer Oberlandesgerichtspräsident. Der Autor und Vortragende hat 2013 in Mössingen die Bedeutung Richard Schmids für die Rehabilitierung des Mössinger Generalstreiks dargelegt. Länge ca. 50 Minuten plus anschließendes Gespräch.

Lesehinweis: Hans-Ernst Böttcher: Freiheitsgrundrechte und Gleichheitssatz – kein Widerspruch in sich. Oder: Von Richard Schmid als Verfassungsinterpret lernen. In: Latenz – Journal 5|2021. Ist der Liberalismus am Ende? Ausgabe 05|2021. Hrsg. von Irene Scherer und Welf Schröter. 2021, 204 S., ISBN 978-3-89376-191-3.

Vierter Online-Termin am Freitag, den 25. November 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr

„Die Geschichte der Löwenstein’schen Pausa. Zwischen Bauhaus, Mössinger Generalstreik und nationalsozialistischer Zwangsenteignung“

Bebilderter Online-Vortrag des Löwenstein-Forschungsvereins e.V. Mössingen zur Geschichte des Löwenstein’schen Textilunternehmens Pausa, der Bedeutung der rebellischen Bauhausfrauen in der Pausa, der Verbindung zur Stuttgarter Netzwerkerin Lilly Hildebrandt und des Widerstands der Pausa-Belegschaft gegen Hitler am 31. Januar 1933. Mit zahlreichen Bildern. Vortragende sind Irene Scherer (Vorsitzende des Löwenstein-Forschungsvereins e.V.) und Welf Schröter (Redaktion bloch-akademie-newsletter). Länge ca. 60 Minuten plus anschließendes Gespräch.

 Lesehinweis: Irene Scherer, Welf Schröter, Klaus Ferstl (Hg.): Artur und Felix Löwenstein. Würdigung der Gründer der Textilfirma Pausa und geschichtliche Zusammenhänge. 2013, 396 S. mit zahlreichen s/w und farbigen Abbildungen, ISBN 978-3-89376-150-0.

Fünfter Online-Termin am Freitag, den 2. Dezember 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr

Karola Bloch – Aus meinem Leben

Online-Lesung aus der Autobiografie Karola Blochs über Widerstandsarbeit, Flucht, Exil. Länge ca. 60 Minuten plus anschließendes Gespräch. Es lesen Irene Scherer und Welf Schröter vom Talheimer Verlag. Länge ca. 50 Minuten plus anschließendes Gespräch.

 Lesehinweis: Karola Bloch: Aus meinem Leben. Mit einem Nachwort von Anne Frommann, Irene Scherer und Welf Schröter. 1995, 324 S., ISBN 978-3-89376-037-4.

Sechster Online-Termin am Freitag, den 9. Dezember 2022 von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr

Hans Mayer – Der unbequeme Aufklärer

Online-Lesung aus dem Buch „Der unbequeme Aufklärer – Gespräche über Hans Mayer“. Eine Lesestunde über den großartigen Literaturwissenschaftler, Gegner des Nationalsozialismus und Kritiker der SED, Freund von Ernst und Karola Bloch sowie Inge Jens. Es lesen Heinrich Bleicher (Herausgeber und Vorsitzender der Hans-Mayer-Gesellschaft e.V.), Irene Scherer und Welf Schröter vom Talheimer Verlag. Länge ca. 60 Minuten plus anschließendes Gespräch.

Lesehinweis: Heinrich Bleicher (Hg.): Der unbequeme Aufklärer. Gespräche über Hans Mayer. Zweite überarbeitete Auflage, 2022, 296 S., ISBN 978-3-89376-195-1.


Hans Mayer Lecture 2022

Prof. Dr. Susan Neiman: Jean Améry als Aufklärer
Am 19. Juli 2022, 18:15 Uhr
Ort: Uni Tübingen, Brechtbau R. 036.

Susan Neiman ist Direktorin des Einstein Forums. Geboren in Atlanta, Georgia, studierte sie  Philosophie an der Harvard Universität und der Freien Universität Berlin. Bevor sie 2000 die Leitung des Einstein Forums übernahm, war sie Professorin für Philosophie an der Yale Universität und der Tel Aviv Universität.

Neiman ist Autorin u. a. von Slow Fire: Jewish Notes from Berlin, The Unity of Reason: Rereading Kant, Evil in Modern Thought, Fremde sehen anders, Moral Clarity: A Guide for Grown up Idealists, Warum erwachsen werden? Eine philosophische Ermutigung und Von den Deutschen lernen: Wie Gesellschaften mit dem Bösen in ihrer Geschichte umgehen können.

Im Anschluss an den Vortrag findet ein Empfang statt.

 


 

Rubinstein_Lesung_Konzert

Hilde Rubinstein: Schriftstellerin und Malerin (1904–1997)

Die Kölner Autorinnen Angelika Hensgen und Eva Weissweiler erinnern an Hilde Rubinstein und stellen Ausschnitte aus ihrem hochaktuellen Werk vor.

Musik: Stephan Everling (Gitarre) und CharlyBiggs (Trompete)

Freitag, 10. Dezember 2021 um 19:00 Uhr Kulturkirche Ost
Kopernikusstraße 32/34 in 51056 Köln-Buchforst

Eintritt: 5 € / 3 €

Rubinstein_Postkarte

 

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Jüdisch, sozialistisch, homosexuell: Hans Mayer und sein Lebensthema der Außenseiter

Di, 16.11.2021, 19:00-20:30 Uhr, ohne Gebühr
Stadtmuseum Tübingen, Kornhausstraße 10
(barrierefrei, Induktionsschleife)
Anmeldung über Stadtmuseum, Tel.: 07071 2041711

 Vortrag
Andrée Gerland

Wollte man die Vielfalt jüdischen Lebens und Wirkens in einer Person sichtbar machen, dann wäre Hans Mayer hierfür ein guter Kandidat. Der 2001 verstorbene »Deutsche auf Widerruf« (so die Selbstbezeichnung in seinen Erinnerungen) wirkte nicht nur als anerkannter Literaturwissenschaftler und Akademiker, sondern auch als Schriftsteller, Kritiker, Jurist und Widerstandskämpfer. Vor allem aber war er ein Aufklärer – auch in seiner Funktion als Honorarprofessor in Tübingen. Dabei galt sein Blick insbesondere den Außenseitern, denen er ein ganzes Buch widmete, in dem er gleich zu Beginn konstatiert, dass die Aufklärung bis heute vor den Außenseitern »versagte«. Was das genau heißt, was das mit der Biographie Hans Mayers zu tun hat – und wie diese sowohl das queere Tübingen als auch die Spannungsfelder jüdischen Lebens in Deutschland im 20. Jahrhundert wiedergibt, das soll in diesem Vortrag aufgezeigt und diskutiert werden.

Andrée Gerland ist Literaturwissenschaftler und Historiker und arbeitet derzeit als Referent beim Internationalen Hilfsfonds für das Goethe-Institut. Daneben fungiert er als Kulturmanager, Dozent und Lektor.
In Kooperation mit dem Stadtmuseum Tübingen im Rahmen der Ausstellung »Queer durch Tübingen. Anders lieben – anders leben«.

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Dr. Hubert Kolland, Gründungsmitglied der HMG, wird am 1. Oktober 2021 auf dem XVII. Internationalen Kongress der Gesellschaft für Musikforschung an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn einen Vortrag über Hans Mayer zu Richard Wagner halten:

»Der Literaturwissenschaftler Hans Mayer als Musikautor, der wie rororo 29
„Richard Wagner“ in 43 Jahren 29 Auflagen erreichte.«

  1. Oktober 2021, 14:30 Uhr
    im
    Festsaal des Hauptgebäudes der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Regina-Pacis-Weg 3.

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Wir laden Sie herzlich zu einer Veranstaltung der Hans-Mayer-Gesellschaft ein, die wir gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern durchführen.

Hilde Rubinstein. Schriftstellerin und Malerin (1904–1997)

Die Kölner Autorinnen Angelika Hensgen und Eva Weissweiler erinnern an Hilde Rubinstein und stellen Ausschnitte aus ihrem hochaktuellen Werk vor.

Musik: Stephan Everling (Gitarre) und Michael Frangen (Trompete).

Samstag · 18. September 2021 · 19 Uhr
FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt
Cäcilienstraße 29–33 · 50667 Köln

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem > Flyer.


  1. 17. Mai 2021

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freundinnen und Freunde,

am 19. Mai ist der 20. Todestag von Hans Mayer. Um seine Person und sein Werk zu würdigen, findet im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre Jüdischen Lebens in Deutschland“ eine Veranstaltung der HMG in Kooperation mit dem Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) statt. Den Zeitumständen geschuldet als Webinar.
Wir freuen uns sehr, wenn Sie/Ihr sich zu der Veranstaltung, die am
8. Juni von 18-19:30 Uhr stattfindet, unter nachfolgendem link anmelden:

https://www.edudip.com/de/webinar/hans-mayer/1365140

Hans Mayer: Repräsentant und Außenseiter – ein deutsch-jüdischer Schriftsteller aus Köln

Hanjo Kesting im Gespräch mit Heinrich Bleicher

 

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Veranstaltungsinfo
(bitte unten stehenden Hinweis beachten!)

Für Walter Benjamin – Erinnern und Eingedenken.
Eine Veranstaltung der Hans-Mayer-Gesellschaft (HMG)

23. Oktober 2020 um 18:30 Uhr
Im „Brunosaal“ Klettenberggürtel 65 in Köln
Straßenbahn Linie 18 und 13, Haltestelle Sülzgürtel.

Zur Ankündigung:
Veranstaltungsflyer: Walter Benjamin Erinnern und Gedenken – *.pdf

Zum 80. Todestag von Walter Benjamin am 26. September 1940 in Portbou erinnern wir an den großen Philosophen und Kulturkritiker des 20. Jahrhunderts. Während an den Gedenktagen in der Vergangenheit oft an Benjamin und sein Werk gedacht wurde, scheint es in diesem Jahr zumindest in Deutschland, nur wenige Veranstaltungen zu geben, in denen an ihn erinnert wird.

An seinem Sterbeort in Portbou ist das anders. Und in Perpignan, wo es ein Kulturzentrum gibt, das seinen Namen trägt, gibt es heftige Debatten. Der neue Bürgermeister von Perpignan, Louis Aliot, ein Mann des Rassemblement National, versucht, das »Walter-Benjamin-Zentrum« für sein politisches Programm zu benutzen, indem er es für seine Zwecke instrumentalisiert. Gegen seine Strategie der „Entdiabolisierung“ haben sich viele Intellektuelle aus Frankreich mit einem offenen, in »Le Monde« veröffentlichten Brief, gewandt. Er wird inzwischen auch von deutschen Intellektuellen mitgetragen; unter Ihnen der Ehrenpräsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck und seine Nachfolgerin Jeanine Meerapfel.

Mit ihrer Veranstaltung will die Hans-Mayer-Gesellschaft diese Vorgänge in Frankreich deutlich machen und an den »Zeitgenossen Walter Benjamin« (Hans Mayer) erinnern. Unterstützt wird sie dabei von Organisationen und Stiftungen, die wegen der Bedeutung Benjamins in Bezug auf sein Werk und Schicksal ebenfalls ihre Stimme erheben (s.u.).

Die Familie Benjamin stammt väterlicherseits aus Köln und durch die Großmutter aus einer berühmten jüdischen Familie des Rheinlandes. Sein Großvater Bendix, dessen Vornamen Walter Benjamin trägt, ist auf dem Friedhof in Köln-Deutz begraben. So ist auch die Geburtsstadt Hans Mayers ein geeigneter Ort zum Gedenken. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker, die im vergangenen Jahr die Nachkommen Benjamins aus London empfangen hat, wird bei der Veranstaltung anwesend sein und ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer richten.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker   Foto ©: Jens Koch

 

 

 

 

 

Weitere Grußworte halten:
Dr. Ursula Bitzegeio, Referatsleiterin Public History im Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung und Karl Heinz Heinemann, Vorstandsvorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW.

Foto: Friedrich Schlütter
Foto: privat

 

 

 

 

 

 

An der inhaltlichen Gestaltung der Veranstaltung für Walter Benjamin nehmen folgende Personen mit ihren Beiträgen teil:

 

Dr. Eva Weissweiler spricht über »Benjamins letzte Passage. Die Fluchthelferin Lisa Fittko erinnert sich«.
Eva Weissweiler, 1951 in Mönchengladbach geboren, studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Orientalistik in Bonn, wo sie 1976 promoviert wurde. Neben kulturjournalistischer Arbeit für fast alle deutschen Sender und die FAZ schrieb sie Bücher über frauengeschichtliche Themen, so über „Komponistinnen aus fünf Jahrhunderten“, „Fanny Mendelssohn“, „Clara Schumann“ u.a.m. Ihr besonderes Interesse gilt der Erforschung deutsch-jüdischer Frauenbiografien. 2016 erschien ihr Buch über die Kölner Kunsthistorikerin Luise Straus-Ernst, die erste Frau des Malers Max Ernst, die 1944 in Auschwitz umgebracht wurde; 2018 „Lady Liberty“ über Leben und Werk der Marx-Tochter Eleanor; 2020 „Das Echo deiner Frage“ über die Beziehung zwischen Dora und Walter Benjamin, das im Februar auf Platz 1 der ZDF-Sachbuch-Bestenliste stand. Zurzeit arbeitet sie an einer Biografie über Benjamins Fluchthelferin Lisa Fittko, geb. Ekstein.

Dr. Madeleine Claus, Literaturwissenschaftlerin, Mitglied der Association européen du Prix Walter Benjamin spricht über »Die Vereinnahmung Walter Benjamins durch die französische Rechte (RN)«.
Madeleine Claus ist in Bochum geboren, hat in Hamburg promoviert und lebt seit über 40 Jahren in Südfrankreich am Mittelmeer. Neben ihrer Arbeit als Deutschlehrerin hat sie mehrere Bücher in Frankreich und Deutschland veröffentlicht z.B. über Lessing, das Roussillion, Flamenco, deutsche Antifaschisten in Südfrankreich. Sie ist seit Langem aktiv in gedächtniskulturell engagierten Vereinen und Gründungs- und Jurymitglied in der »Association du prix européen Walter Benjamin«.

Heinrich Bleicher-Nagelsmann M.A., Publizist
»Der Zeitgenosse Walter Benjamin« – Erinnern und Eingedenken.
Heinrich Bleicher-Nagelsmann, geb. 1952, Studium der Geschichte, Germanistik und Publizistik in Münster. Danach Volontariat und Redakteurstätigkeit bei diversen Tageszeitungen. Wissenschaftlicher Angestellter beim Hauptvorstand der IG Druck und Papier. Lehrbeauftragter am Ludwig-Uhland-Institut für empirische Kulturwissenschaften der Universität Tübingen. Bereichsleiter Medienpolitik beim Hauptvorstand der IG Medien. Von 2002-2017 Bereichsleiter Kunst und Kultur beim Bundesvorstand der ver.di und langjähriger Bundesgeschäftsführer des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS). Veröffentlichungen zu medien- und kulturpolitischen sowie literarischen Themen. Zuletzt als Mitherausgeber der Publikation “Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat” – Revolutionen und Rebellionen im 20. Jahrhundert, Talheimer Verlag, Mössingen 2019.  Sowie „Dann wird das Vergangene abermals zur Gegenwart“ in: Irene Scherer, Welf Schröter (Hg.) Erinnerungskultur stärkt Demokratie, Talheimer Verlag, Mössingen 2019.

Flossie Draper, Übersetzerin und Voice-Artist
»Blick von der Urenkelin auf Walter Benjamin«, sie liest
Das Licht | Die Pfeife | Der Wunsch
Auf die Minute
.
Flossie Draper ist in London geboren, lebt aber seit 2017 in Berlin. Sie ist die Enkelin von Walter Benjamins einzigem Sohn Stefan, also Benjamins Urenkelin. Sprachen waren schon immer ihre Leidenschaft. Sie hat “Classics” an der University of Oxford studiert: Sprachwissenschaft, Altphilologie, Philosophie und Alte Geschichte. Deutsch als die Sprache ihrer Vorfahren hat von jeher eine besondere Anziehungskraft auf sie ausgeübt, auch weil sie eines Tages die Texte ihrer Urgroßeltern Dora und Walter Benjamin im Original lesen wollte. Sie übersetzt regelmäßig wissenschaftliche Texte, u.a.  für die Humboldt-Universität, und trat vor kurzem als erste englische Übersetzerin von Briefen und Werken ihrer Urgroßmutter Dora hervor. Wegen ihres Interesses für Physiologie hat sie sich auch noch auf medizinische Übersetzung spezialisiert.
Flossie Draper ist nicht nur Übersetzerin, sondern auch Schauspielerin und „Voice Artist“. Sie rezitierte Benjamin-Texte im BBC und im London Review Bookshop, teilweise erstmals in englischer Sprache. In der Tate Modern (London) und in verschiedenen Radiosendern trat sie wiederholt als Sprecherin auf. Als Schauspielerin ist sie mit verschiedenen Theatergruppen in ganz Großbritannien zu sehen gewesen, zum Beispiel in Stratford-upon-Avon, im Victoria and Albert Museum, in St.Paul’s, Covent-Garden und auf dem Edinburgh Festival. Zu ihren Lieblingsrollen zählten Elizabeth in Shakespeares Richard III und verschiedene Charaktere in Gogols Die Nase.

Pedro Soler, Flamenco-Gitarre.
Der 1938 geborene Flamencogitarrist hat die großen Meister des « Goldenen Zeitalters » des Flamenco begleitet und als Solist seine Gitarre in den großen Musikhallen der Welt, von der Berliner Philharmonie  über die Johannisburger Oper bis zur Carnegie Hall in New York, zum Klingen gebracht. Der Literaturnobel-preisträger Miguel Angel Asturias schrieb über den begnadeten Flamenco-Gitarristen: „Die Finger von Pedro Soler sind die fünf Sinne der Gitarre; in seinen Händen sieht sie und hört, sie singt, leidet und spricht.“ Der aus Südfrankreich stammende Virtuose ist wohl der bedeutendste zeitgenössische Vertreter der alten Flamenco-Schule. Er ist aber auch in der Weltmusik zu Hause und zeigt sich sehr offen anderen musikalischen Einflüssen gegenüber.“ (Rheinischer Merkur)

Weitere Informationen zu der Veranstaltung, zu den Auseinandersetzungen in Perpignan und zum Todestag Walter Benjamins siehe: Benjamins letzte Grenze

Zur Ankündigung: Veranstaltungsflyer
Veranstaltungsflyer: Walter Benjamin Erinnern und Gedenken – *.pdf

Wir bitten wegen der den Umständen der Pandemie geschuldeten Notwendigkeiten der Teilnahmebegrenzung um Anmeldung bei der Hans-Mayer-Gesellschaft: kontakt@hans-mayer-gesellschaft.de

Aktuelle Information vom 8.10.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,
zu unserem großen Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir zur Zeit alle unter Corona-Bedingungen zur Verfügung stehenden Plätze ausgeschöpft haben.
Es besteht die Möglichkeit, dass nicht alle vorreservierten Plätze der Kooperationspartner oder Unterstützer der Veranstaltung voll genutzt werden. Wenn Sie sich anmelden, setzen wir  Sie auf die “Reserveliste” und werden Ihnen mitteilen, wenn noch ein Platz für Sie frei wird.
Dies können wir Ihnen zum Ende der kommenden Woche (16.10.) sagen.

Kooperationspartner und Unterstützer:

EL-DE-HAUS Verein e.V. – Förderverein des NSDOK | Friedrich-Ebert-Stiftung | Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit | NS-DOKUMENTATIONSZENTRUM der Stadt Köln | Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW | Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller VS in ver.di.


 

 

Hans Mayer und sein Vortrag im Collège de Sociologie im April 1939

Im Rahmen eines Forschungskolloquium am Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg hält Robert Krause (Freiburg) am Montag, 10.02.2020, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr einen Vortrag über die Rede, die Hans Mayer am 18. April 1939 im Collège de Sociologie in Paris gehalten hat:

> Forschungskolloquium am Frankreich-Zentrum | Heterodoxe Gemeinschaft. Das Collège de Sociologie (1937-1939) in ideengeschichtlicher und literatursoziologischer Perspektive

Der Ankündigungstext für diesen Vortrag: “In Paris unterhielt Hans Mayer als einer der wenigen deutschen Exilanten Verbindungen zum Collège de Sociologie, das unter Leitung von Georges Bataille, Michel Leiris und Roger Callois „das Beziehungsgeflecht zwischen Mythos und Aufklärung“ sezierte (Mayer: Erinnerungen I, S. 239). Dort referierte er am 18. April 1939 über Die Riten der politischen Geheimbünde im romantischen Deutschland. Beabsichtigt ist, Mayers genannten Vortrag sowohl im Kontext seines damaligen Buchprojekts Georg Büchner und seine Zeit als auch der (hinter dem Collège stehenden) esoterischen Groupe Acéphale zu situieren. Aus ideengeschichtlicher und literatursoziologischer Perspektive sind somit Theorie und Praxis von Geheimbünden sowie deutsch-französische Kulturbeziehungen am ‚Vorabend‘ des Zweiten Weltkriegs zu untersuchen. PD Dr. Robert Krause ist akademischer Mitarbeiter am Deutschen Seminar – Neuere deutsche Literatur.”

Referent/Referentin: Robert Krause (Freiburg)
Termin: Montag, 10.02.2020, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr
Ort: HS 1224, KG I
Veranstalter: Frankreichzentrum

Hans Mayer Lecture 2019

Professor Dr. Ernst Osterkamp hält zur Semestereröffnung des Deutschen Seminars der Universität Tübingen einen Vortrag mit dem Titel “Marienbader Bergschluchten”.

Beginn: Donnerstag 24. Oktober 2019 um 18 Uhr c.t.
Ort: Brechtbau, Raum 027

Ernst Osterkamp ist seit Oktober 2017 Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Von 1992 bis 2016 war er Professor für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-­Universität zu Berlin.

Weitere Informationen

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Medieninfo vom 15. Oktober 2019

HMG auf der Frankfurter Buchmesse 2019

Zur Information über die Hans-Mayer-Gesellschaft und ihre Arbeit steht
Heinrich Bleicher-Nagelsmann, der Vorsitzende der HMG, auf der Buchmesse in Frankfurt zur Verfügung.

Der erste Termin ist am

Donnerstag dem 17. Oktober um 11:00 Uhr
am Stand des Talheimer-Verlages
Halle 3.1 Stand A 108.

Weitere Termine am Donnerstag und Freitag können auf Wunsch
telefonisch unter der Rufnummer +49 171 2291 755 oder
per Mail: kontakt@hans-mayer-gesellschaft.de mit dem Vorsitzenden vereinbart werden.

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Medieninfo vom 19. Februar 2019

HMG begrüßt »Aschaffenburger Antwort«

Der »Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di« hat bei der Delegiertenkonferenz zu seinem 50jährigen Jubiläum in Aschaffenburg eine Erklärung verabschiedet, in der sich der VS entschieden gegen Hass, Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus wendet. “Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller des VS sehen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft wie auch international mit großer Sorge. Für uns ist Demokratie nicht verhandelbar”, heißt es darin.

Die Hans-Mayer-Gesellschaft begrüßt diese Erklärung nachdrücklich und unterstützt sie, da sie mit den grundsätzlichen Forderungen der HMG übereinstimmt.

Die Erklärung kann hier als pdf geladen werden.